Titelbild des Buchs Japanisch Lernen wie Japaner von Mathias Dietrich

Die japanische Schrift und Alphabete

Die japanische Schrift besteht aus drei großen Zeichensätzen: Den Hiragana, Katakana und den Kanji. Und du musst alle drei können, wenn du die Sprache lernen willst!

Übersicht zur japanischen Schrift

Die grundlegenden Schriften sind die Hiragana und die Katakana, die zusammen auch einfach als Kana bezeichnet werden. Die kannst du am ehesten als japanisches Alphabet betrachten.

Dazu kommen die Kanji: Komplexe Zeichen, bei denen ein einziges bereits ein ganzes Wort sein kann.

In einem japanischen Satz können alle drei zur gleichen Zeit vorkommen und gar einzelne Wörter mischen die Zeichen bereits! Das sieht dann etwa so aus:

Demonstriert Aussehen und Verwendungszweck der japanischen Schriften Hiragana, Katakana und Kanji.
  • Der japanische Satz: ボール げる
  • Die 1:1-Übersetzung: Ball Objekt-Partikel werfen.
  • Die Bedeutung auf Deutsch: (Ich) werfe den Ball.

Hiragana: Für Wörter und Grammatik

Hiragana bestehen aus 46 Zeichen, die die Laute des Japanischen wiedergeben. Sie haben eine eher Runde Form und mit ihnen lassen sich alle Wörter der Sprache schreiben. Japanische Kinder lernen sie als erstes und einige Kinderbücher sind komplett in Hiragana verfasst. Du wirst sie in den folgenden Funktionen sehen:

  • Wörter: Du kannst jedes japanische Wort mit Hiragana schreiben. Ob man es tut, oder nicht, ist die Entscheidung des Authors, der dabei etwa Dinge wie Schwierigkeit, oder auch einfach Aussehen abwägt.
  • Partikeln: Japanische Sätze erhalten ihre Struktur mit grammatischen Partikeln. Die werden so gut wie immer in Hiragana geschrieben.
  • Okurigana: Manche Wörter - gerade Adjektive und Verben - schreibt man oft halb mit Kanji, halb mit Hiragana. Die Kernbedeutung wird mit dem Kanji klar, die Hiragana hingegen beschreiben die Abwandlung von dieser. Diese Hiragana werden als Okurigana bezeichnet.
  • Furigana: Wenn du in einem Text ein Kanji siehst, über dem Hiragana stehen, dann sind das Furigana. Sie zeigen an, wie man das Wort ausspricht. Das wird meist bei seltenen Kanji gemacht, oder wenn der Author davon ausgeht, dass seine Leser das Kanji noch nicht kennen. Doch auch, wenn die vom Author gedachte Lesung eines Kanji von der üblichen abweicht, nutzt man Furigana.

Wenn du gerade erst mit dem Lernen anfängst, solltest du als erstes Hiragana lernen!

Katakana: Betonung und Fremdwörter

Katakana sind noch einmal 46 Zeichen wie auch die Hiragana und sie geben die gleichen Laute wieder. Es gibt keinen Unterschied bei der Bedeutung. Grob kannst du sie dir wie unsere Großschreibung vorstellen - obwohl sie etwas anders verwendet werden. Denn Katakana nutzt du für:

    • Lehnwörter: Wörter, die Japanisch aus anderen Sprachen übernommen hat, werden in Katakana geschrieben.
    • Ausländische Namen: Da auch ausländische Namen aus anderen Sprachen kommen, schreibt man sie ebenfalls in Katakana. Willst du nach Japan gehen, solltest du also auch lernen, deinen Namen mit Katakana zu schreiben.
  • Hervorhebung: Zudem werden Katakana künstlerisch genutzt, um Wörter hervorzuheben, oder zu symbolisieren, dass sie etwa mit einem Akzent gesprochen werden.

Kanji: Zeichen mit eigener Bedeutung

Kanji sind komplexe Schriftzeichen, die Japan aus China übernommen hat. Jedes hat eine eigene Bedeutung und kann zudem auf verschiedene Arten und Weisen ausgesprochen werden. Für den Alltag hat Japan 2.136 Joyo-Kanji definiert, die du können musst. Allerdings gibt es wesentlich mehr! Sie werden genutzt für:

  • Japanische Worte: Fast jedes japanische Wort kannst du mit Kanji schreiben. Manche werden so gut wie immer mit ihnen geschrieben, andere eher selten bis gar nicht.
  • Namen: Die meisten japanischen Namen werden mit Kanji geschrieben.
  • Zahlen: Du kannst japanische Zahlen in Kanji schreiben. Das wirkt dann aber so, als schreibst du sie aus. Also etwa "Eins" statt "1". Für richtige Zahlen setzen Japaner ebenfalls auf die arabischen wie wir.
  • Ateji:So werden die Zeichen genannt, die man wegen ihrer Aussprache wählte und nicht der Bedeutung der Zeichen. Etwa schreibt man das Wort "Sushi" als "寿司" mit den Zeichen für "Glück" und "Amt".

Wenn du Japanisch lernst, musst du Kanji lernen! Denn ohne lässt es sich wesentlich schwerer lesen. Grund dafür sind unter anderem viele Wörter mit gleicher Aussprache, aber anderer Bedeutung.

Romaji: Lateinische Buchstaben

Unsere lateinischen Buchstaben kennt man in Japan als Romaji. Sie werden allen voran für künstlerische Zwecke eingesetzt, da sie auf viele Japaner modern wirken. Deswegen werden etwa Firmennamen oft in Romaji geschrieben.

Du solltest die Sprache aber nicht mit ihnen lernen! Denn das vertuscht viele ihrer Besonderheiten in Sachen Aussprache und Grammatik, die du mit Kana wesentlich besser erkennen kannst!

Wie wird Japanisch geschrieben und gelesen?

Japanisch weist einige Besonderheiten im Vergleich zu westlichen Sprachen auf. Allen voran nutzt es im Normalfall keine Leerzeichen. Wo ein Wort endet und ein neues anfängt, erkennst du am häufigsten durch den Wechsel der verschiedenen Zeichensätze.

Und auch bei der Schreibrichtung geht man etwas anders vor. Hier gibt es zwei Methoden!

  1. Links oben beginnen und nach rechts schreiben. Neue Zeilen untereinander.
  2. Rechts oben beginnen und nach unten schreiben. Neue Zeilen links hinzufügen.

Setzt ein Buch auf die zweite Schreibweise, liest du es auch andersrum. Du blätterst es da auf, wo du bei einem deutschen Buch das Ende erwarten würdest und blätterst dann nach rechts um. Auch Manga liest du so!

Die japanischen Schriften im Überblick

Schriftsystem Erklärung
Kana Dieser Begriff bezeichnet Hiragana und Katakana.
Hiragana 46 Zeichen, mit denen du alle japanischen Laute darstellen kannst.
Furigana Kleine Hiragana über Kanji als Lesehilfe.
Okurigana Hiragana-Endungen bei Verben und Adjektiven
Katakana 46 Zeichen, die hauptsächlich für Fremdwörter und Betonungen genutzt werden.
Kanji Aus China übernommene Schriftzeichen. Für den Alltag musst du 2.136 Joyo-Kanji kennen. Werden für Wörter, Namen und Zahlwörter genutzt.
Ateji Kanji, die wegen ihrer Aussprache und nicht ihrer Bedeutung gewählt wurden.
Zahlen Zur Darstellung von Zahlen nutzt Japanisch ebenfalls arabische Ziffern.
Romaji Lateinische Umschrift des Japanischen

 

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