Titelbild des Buchs Japanisch Lernen wie Japaner von Mathias Dietrich
Japanisch-Lehrer.de

Mit diesen Apps lernt sich Japanisch am besten!

Apps zum Japanisch lernen gibt es wie Sand am Meer. Doch ich sehe so gut wie nie jemanden, der die wirklich besten empfiehlt! Denn es gibt eine Reihe von Geheimtipps, mit denen du wesentlich besser vorankommst, als mit allen anderen!

Vollständige Lernumgebungen

Als erstes will ich dir eine Reihe von Apps vorstellen, bei denen es einfach: Runterladen und loslegen heißt! Hier musst du entweder gar nichts, oder nur sehr wenig einrichten - je nach eigenen Vorlieben! Darauf bieten sie bereits eine komplett nutzbare Lernumgebung inklusive strukturierten Ablauf.

1. Migaku: Ein vollständiger Lernbegleiter

Migaku hat alles, was du brauchst, um Japanisch von Null an zu lernen. Es gibt einen vollständigen Kurs, der dir die Grammatik und neue Vokabeln beibringt. Das klappt hier besonders gut, weil es dafür Beispielsätze nutzt, bei denen immer nur das neue Wort unbekannt ist. Alle anderen Vokabeln hat es dir zuvor bereits beigebracht!

Die echte Besonderheit ist aber, dass dir Migaku nach Abschluss des Kurses damit hilft, einfach direkt mit Muttersprachmaterial weiterzulernen. Denn wahre Magie der App ist, dass du mit ihr ganz einfach Vokabeln auf Youtube, in Videos, Podcasts und Webseiten anklicken, um eine Übersetzung zu sehen.

Noch besser: Mit einem weiteren Klick erstellst du eine Vokabelkarte aus ihnen, die inklusive Beispielsatz, Bild und Ton direkt aus dem von dir genutzten Material kommt! Wiederholen kannst du die auch direkt in der App, die sie zudem basierend auf deinen Antworten einsortiert und erst kurz bevor du sie vergisst, wieder abfragt. Eine echte Zeitersparnis!

2. Satori Reader

Über den Satori Reader bekommst du eine Reihe von nach Schwierigkeit sortierten japanischen Geschichten, in denen du jedes Wort anklicken kannst, um eine englische Übersetzung zu bekommen. Damit ist es ein guter Einstieg in die Immersion für alle, die nicht selbstständig nach Inhalten suchen wollen.

Tools für Profis

Nun kommen wir zu Apps, die dir extrem beim Lernen helfen, aber ein wenig Einarbeitung benötigen. Denn die sind vorangig Werkzeuge mit extrem mächtigen und hilfreichen Funktionen, bei denen du selbst wissen musst, wie du sie am besten verwendest. Aus diesem Grund werde ich bei den folgenden Apps im Laufe der Zeit auch Anleitungen hinzufügen, die genau erklären, wie du sie zum Japanischlernen nutzen kannst.

Anki: Digitale Vokabelkarten

Anki ist die wichtigste App für jeden Lerner, der digitale Karteikarten nutzen will. Und genau deswegen hebe ich sie bei den Profi-Tools stärker hervor! Denn aufgrund seiner starken Verbreitung ist es in viele der anderen hier vorgestellten Apps integriert, um die Erstellung von Vokabelkarten zu vereinfachen und zum Großteil zu automatisieren.

Beim Lernen sortiert es deine Karten wahlweise mit dem SM3- oder dem besseren FSRS-Algorithmus und fragt sie genau dann wieder ab, wenn du sie gerade vergessen würdest. Damit erspart es dir viel wichtige Zeit bei der Wiederholung, was dir wiederum dabei hilft, dich stärker auf die Immersion zu konzentrieren.

Profi-Apps zum Japanischlernen

Dokuen ist quasi der kleine Bruder von Migaku. Es bietet keinen Kurs und du musst selbst ein Wörterbuch installieren, doch dann kann es mithilfe von Zeichenerkennung japanische Wörter in jeder App auf deinem Smartphone erkennen, wodurch du sie mit einem Klick nachschlagen und mithilfe von Anki eine Karteikarte mit ihnen erstellen kannst.

Besonders praktisch: Dokuen unterstützt Plugins, die seine Funktionen erweitern. Zum Beispiel gibt es eines, das Google Translate integriert und es dir so erlaubt, ganze Sätze übersetzen zu lassen. Sehr praktisch, wenn du kontrollieren willst, ob du etwas richtig verstanden hast!

Geeignet für:

  • Smartphone-Apps (Netflix, Spiele, ect.)
  • Manga (Digital)

Jidoujisho ist eine Immersions-App für Android, die dir eine Nachschlagefunktion auf Webseiten, eBooks, Manga und gar lokalen Videos mit Untertiteln gibt und mithilfe von Anki gar direkt Vokabelkarten mit diesen Medien erstellt. Zudem kannst du es gar nutzen, um die importierten Wörterbücher zu durchsuchen.

Der große Nachteil: Es wird nicht mehr weiterentwickelt, wodurch nicht bekannt ist, wie lange du die App noch nutzen kannst. Eine der großen Funktionen - Wörter in Youtube-Videos nachschlagen - funktioniert bereits nicht mehr.

Geeignet für:

  • Webseiten
  • Videos
  • eBooks (epub)
  • Manga (Mokuro)

Yomitan ist ein bequemes Popup-Wörterbuch für deinen Browser. Es erlaubt es dir, einfach mit der Maus über ein Wort zu fahren und sofort eine einen Wörterbucheintrag aus einem zuvor selbst importierten Wörterbuch zu sehen. Wenn du Anki installierst hast, kannst du zudem mit einem Klick direkt eine Vokabelkarte mit diesem Wort und seiner Übersetzung erstellen.

Geeignet für:

  • Webseiten

Sonstiges:

  • Wird von vielen anderen Apps zur Kartenerstellung genutzt

Der GameSentenceMiner vereint eine ganze Reihe verschiedener Programme, damit du in Spielen nicht nur Wörter nachschlagen kannst, sondern gar ein komplettes Backlog der Texte bekommst, was etwa bei nicht pausierbaren Zwischensequenzen hilft. Dazu nimmt es gar Ton und ein kurzes Video für jede Vokabelkarte auf, die du damit anlegst.

Geeignet für:

  • Videospiele

meikipop lässt dich japanische Wörter in Videospielen, sowie allen anderen Texten nachschlagen, die in irgendeiner Weise auf deinem Bildschirm angezeigt werden. Es setzt dabei auf Minimalismus und liefert keine andere Funktionen. Du kannst etwa keine Karteikarten in Anki über es anlegen.

Der große Vorteil jedoch: Die Nachschlagefunktion funktioniert gar offline! Das ist besonders nützlich, wenn du es etwa unterwegs auf einem Gerät wie dem Steam Deck verwenden willst.

Geeignet für:

  • Videospiele

Der asbplayer funktioniert in Kombination mit Yomitan, um Wörter in lokalen Videos und Streaming-Diensten nachzuschlagen. Zudem ermöglicht er über Anki die Erstellung von Karteikarten inklusive Bild und Beispielsatz.

Er ist dabei mit den meisten populären Plattformen kompatibel. Dazu zählen etwa Netflix, Amazon Prime Video und Youtube. Er funktioniert aber auch mit vielen kleineren Diensten. Allerdings bietet nur die Version für Chrome das volle Set an Features. Für Firefox und die mobile Version des Firefox gibt es nur spartanischere Veröffentlichungen.

Geeignet für:

  • Videos
  • Streaming-Dienste

Wörterbücher

Schließlich gibt es noch spezifische Wörterbuch-Apps, die dir vor allem dann weiterhelfen können, wenn du nur auf der Suche nach einer bestimmten Übersetzung bist. Gerade erfahrene Lerner können auf diese Art und Weise ein Wort oft schneller nachschlagen als mit den zuvor vorgestellten Alternativen.

1. Aedict3: Ein Wörterbuch für Kanji und Vokabeln

Aedict3 ist ein ganz klassisches Wörterbuch, in dem du die Übersetzungen von Vokabeln von Deutsch / Englisch zu Japanisch und auch umgekehrt nachschlagen kannst. Zudem ist auch ein Kanji-Wörterbuch integriert, das dir Bedeutung, Aussprache und Schreibweise der Kanji zeigt.

Speziell für die Kanji-Suche kannst du hier verschiedene Systeme nutzen. Etwa das Zeichen nachzeichnen, nach seinen Teilen suchen oder die bequeme SKIP-Suche nutzen, bei der du angibst, wie genau das Kanji aufgebaut ist, um es zu finden.

Die häufigsten Fragen und Antworten zu Japanisch-Apps

Nein. Bei Japanisch-Apps gilt, dass du für Komfort zahlst. Alle wichtigen Funktionen zum Lernen kannst du aber auch Gratis bekommen. Migaku bietet etwa das beste Gesamtpaket, mit dem du nach dem Download sofort loslegen kannst. Die wichtigen Nachschlage- und Vokabelkartenfunktionen erhälst du mit ein wenig Bastelei aber auch, wenn du Apps wie Dokuen, Yomitan und Anki einrichtest.

Das kommt darauf an, wie du lernen willst. Migaku bietet dir einen kompletten (englischen) Einsteigerkurs, der Grammatik und Vokabeln mit Beispielsätzen beibringt, bei denen immer nur das neue Wort unbekannt ist. Danach hast du hier Zugriff auf alle wichtigen Funktionen, mit denen du mit Muttersprachmaterial weiterlernen kannst.

Ein derartiges Deck biete ich aber auch auf Deutsch für Anki an. Das Nachschlagen von Wörtern kannst du dann wiederum mit Dokuen und Yomitan machen.

Der Satori Reader eignet sich hingegen gut, wenn du direkt in die Immersion einsteigen willst, aber noch nicht selbstständig nach passenden Inhalten suchen möchtest. Die Profi-Tools kommen zum Einsatz, wenn du weißt, was du brauchst.

Weil es der De-facto-Standard ist: Aufgrund der starken Verbreitung ist es in viele der anderen vorgestellten Apps integriert. Dokuen, Jidoujisho, Yomitan und asbplayer können alle direkt daraus Vokabelkarten erstellen. Selbst Migaku bietet am PC alternativ an, Vokabelkarten nicht im hauseigenen Migaku Memory zu erstellen, sondern in Anki.

Anki ist ein Open-Source-Projekt und finanziert sich über den Verkauf der iOS-App. Das kostenlose AnkiDroid auf Android wird nicht vom Anki-Erschaffer entwickelt, sondern einem unabhängigen Team von Freiwilligen. Eine kostenlose Alternative für Anki auf iOS ist Memu, das auch Anki-Decks unterstützt.

Nein. Du solltest dir die raussuchen, die du für deinen Lernalltag brauchst. Migaku ist etwa ein umfangreiches Komplettpaket, das du noch um Nachschlagemethoden für Spiele erweitern kannst. Alternativ kannst du ein Setup rund um Anki erstellen und etwa Dokuen als allgemeine Nachschlage-App verwenden, während du am PC die für deine Hobbies notwendigen Profi-Tools einsetzt.

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