Wenn du Japanisch reden willst, musst du einige Besonderheiten zur Aussprache wissen. Denn nicht nur musst du wissen, wie die Zeichen selbst ausgesprochen werden, sondern auch den japanischen Pitch- bzw. Tonhöhenakzent kennen.
Die Aussprache der Zeichen
Im Abschnitt zu den Hiragana hast du bereits gelernt, dass jedes japanische Zeichen seine eigene Aussprache hat und die Romanisierung dieser in lateinische Buchstaben nur eine Annäherung ist. Oft funktioniert diese Annäherung durchaus. Es gibt jedoch einige Zeichen, bei denen du aufpassen musst.
- う: Die Lippen werden kaum gespitzt, sondern bleiben flach.
- ふ: Wird nicht wie das deutsche „F“ gebildet (bei dem die Oberzähne die Unterlippe berühren). Stattdessen werden die Lippen nur leicht einander angenähert, als ob du eine Kerze auspustest. Es klingt wie eine Mischung aus „H“ und „F“.
- らりるれろ: Das R wird hier ganz anders als das Rachen-R oder das gerollten R gesprochen. Es liegt phonetisch genau zwischen einem deutschen „R“, „L“ und „D“. Um es auszusprechen, schlägt die Zungenspitze nur ganz kurz einmal oben hinter den oberen Schneidezähnen an. Hast du damit Probleme, wirst du noch verstanden, wenn du es wie ein "L" aussprichst - auch, wenn das nicht ganz korrekt ist.
- さすせそ: Das „S“ dieser Moren ist immer scharf und stimmlos - genau wie das „ß“ im deutschen Wort „weißen“ oder das „s“ in „Kuss“. Es darf niemals weich/stimmhaft wie das deutsche „S“ in „Sonne“ gesprochen werden
- ち: Klingt wie das deutsche „tschi“ (z. B. in Tschüss).
- ざずぜぞ: Obwohl diese Zeichen mit einem Z romanisiert werden, sprichst du sie nicht wie das deutsche „Z“ (ts) aus. Es wird als stimmhaftes „S“ gesprochen - genau wie das deutsche „S“ in den Wörtern „Sonne“, „sagen“ oder „See“.
- わ: Das W ist kein deutsches Reibe-W. Es ist ein englisches, weiches „w“ (wie in water).
- を: Das を (wo) wird als Partikel wie ein reines, kurzes „o“ gesprochen.
- ん: Die Aussprache passt sich stark dem nachfolgenden Laut an:
- Am Wortende oder vor Vokalen klingt es oft wie ein nasales „ng“ (wie in „Singen“), bei dem der Mund leicht geöffnet bleibt.
- Vor den Lauten b, p oder m mutiert es automatisch zu einem deutschen „M“ - z. B. wird 新聞 (しんぶん) wie "shimbun" gesprochen.
- Vor t, d oder n wird es wie das ganz normale deutsche „N“ gesprochen.
Der Pitch-Akzent
Der Pitch-Akzent gibt an, in welcher Tonhöhe du eine More aussprichst. Stell es dir wie das Singen eines Liedes vor. Allerdings gibt es hier keine exakten Noten, sondern nur eine grobe Angabe.
Jeder Satz beginnt auf der natürlichen und individuellen Tonhöhe einer Person. Von da aus kann der Pitch auf drei unterschiedliche Arten verlaufen:
- Er bleibt konstant auf dem gleichen Niveau.
- Er steigt an.
- Er fällt ab.
Ein Wort kann dabei einem von vier verschiedenen Mustern folgen:

Der Pitch-Akzent kann die Bedeutung verändern! Denn was auf uns oft wie Homonyme wirkt - Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung, die man gleich ausspricht - sind nicht immer welche. Denn sie unterscheiden sich durch ihren Pitch-Akzent! Entsprechend ist es durchaus wichtig, ihn zu kennen.
Das Wort あめ kann je nach gewählten Muster eine von zwei Bedeutungen haben. Sprichst du es mit Odaka aus, ist es 雨 - Regen. Nutzt du hingegen Atamadaka, ist es 飴 - Bonbon.
Nützliche Hilfsmittel
- Kotu.io Hier kannst du üben, die verschiedenen Muster akustisch zu erkennen.
- Online Japanese Accent Dictionary (OJAD): Das Pitch-Accent-Wörterbuch der Universität Tokio