Titelbild des Buchs Japanisch Lernen wie Japaner von Mathias Dietrich
Japanisch-Lehrer.de

Die Zeitformen des Japanischen

Auch im Japanischen benötigst du verschiedene Zeitformen, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu reden. Bis hierhin nutzte der Leitfaden nur eine einzige, jetzt lernst du die anderen kennen!

JapanischDeutsch
だKopula "sein"
がSubjektpartikel
をObjektpartikel
パンdas Brot
私わたしIch
兎うさぎder Hase
綺き麗れいdie Schönheit
本ほんdas Buch
水すい曜よう日びMittwoch
明あ日したmorgen
食たべるessen
座すわるsitzen
飛とぶfliegen
買かうkaufen
起おきるaufwachen
読よlesen
いるexistieren (Lebewesen)
暑あついheiß-ist
早はやいschnell-ist
硬かたいhart-ist
いいgut-ist

Überblick zu den Zeitformen

Japanisch hat insgesamt auch nur drei Zeitformen. Allerdings teilen die sich nicht so auf, wie du es vielleicht erwartest! Deswegen gibt es an dieser Stelle erst einmal einen Überblick, bevor du mehr über die Anwendung und Details lernst:

Nicht-Vergangenheit

  • Wörterbuchform / う-Form 
  • Ähnelt unserem Präsens
  • Wird für Gegenwart und Zukunft genutzt

Gegenwart

  • て-Form + いる
  • Ähnelt unserem Partizip I oder der englischen Verlaufsform
  • Beschreibt nur die Gegenwart

Vergangenheit

  • Braucht das Hilfswort た
  • Nutzung bei Substantiven, Verben und Adjektiven anders
  • Unser Präteritum
  • Beschreibt nur die Vergangenheit

Die Nicht-Vergangenheit

Verben, die auf ein Kana aus der う-Spalte - also die Wörterbuchform - enden, stehen immer in der Nicht-Vergangenheit. Das bedeutet, du kannst mit ihnen über alles außer der Vergangenheit reden - also Gegenwart und Zukunft.

Du nutzt es um Dinge zu erklären, die du regelmäßig machst, oder vorhast. パンを食たべる bedeutet etwa, dass du allgemein Brot isst, oder vorhast zu essen.

Um von Dingen zu berichten, die du gerade in diesem Augenblick tust, würdest du hingegen die explizite Gegenwart nutzen.

Aussagen über die Zukunft

Aussagen über die Zukunft kannst du damit einmal wie mit dem Präsens im Deutschen tätigen. Wenn dich jemand fragt, was du heute machst, könntest du etwa sagen:

Ich gehe ins Café und trinke Tee.

Obwohl du also die Gegenwartsform nutzt, sprichst du darüber, was du erst noch tun wirst.

Und genau so funktioniert das auch bei Japanisch. Und wie auch bei uns kannst du die Zukunft mit Zeitangaben genauer definieren. Dabei gibt es zwei Methoden:

  • Relative Zeitangaben: Zeitangaben wie „Morgen“, „Nächstes Jahr“, „Nächste Woche“, deren Bedeutung sich danach ändert, wann du sie sagst, setzt du ohne Änderungen an den Anfang des Satzes.
  • Absolute Zeitangaben: Konkreten Angaben wie „Mittwoch“, „Um 6“, „Im Juni“ benötigen die Partikel に nach der Zeit.

Dadurch könntest du etwa sagen:

Relative Zeitangabe

  • Japanisch: 明あ日した、本ほんを読よむ。
  • Übersetzung (1:1): Morgen, Buch (Objekt) lesen.
  • Übersetzung: Ich lese morgen ein Buch.

Absolute Zeitangabe

  • Japanisch: 水すい曜よう日びに本ほんを読よむ。
  • Übersetzung (1:1): Mittwoch (Ziel) Buch (Objekt) lesen.
  • Übersetzung: Ich lese am Mittwoch ein Buch.
Demonstriert die Unterschiede bei relativen und absoluten Zeitangaben im Japanischen.

Dieses System gilt für alle Zeitangaben und nicht nur bei zukünftigen Ereignissen! Du würdest es also auch so handhaben, wenn du über die Vergangenheit sprichst. Nur benötigst du dann noch das Vergangenheitshilfswort, das du auch noch in diesem Artikel kennenlernen wirst!

Die Gegenwart

Für die Gegenwart nutzt du die て-Form eines Verbs gefolgt von いる. Die Bedeutung ähnelt oft einer Verlaufsform wie unserem Partizip I, ist aber ein wenig anders.

  • Japanisch: スミトが座すわっている。
  • Übersetzung (1:1): Sumito sitzen-und existieren.
  • Übersetzung: Sumito sitzt.
Das Bild demonstriert, wie genau die Bedeutung der Gegenwart in einem Japanischen Satz entsteht.

Die Kernaussage des Satzes ist 「スミトがいる」- Sumito existiert. Das Verb steht aber nach einem anderem Verb in der て-Form, wodurch du eine kombinierte Bedeutung erhälst. Du sagst, dass Sumito im Zustand des Sitzens existiert. Hier funktioniert die Übersetzung als Verlaufsform also.

Es gibt jedoch auch Beispiele, bei denen das nicht mehr klappt!

  • Japanisch: 起おきている。
  • Übersetzung (1:1): Aufwachen-und existieren.
  • Übersetzung: Ich bin wach.

Hier bedeutet es also nicht mehr, dass du gerade am Aufwachen bist, sondern im aufgewachten Zustand existierst. Also wach bist. Die Aktion des Verbs in der て-Form ist also abgeschlossen, der dadurch ausgelöste Zustand hält hingegen an.

Die Vergangenheit

Für die Bildung der Vergangenheit hängst du das Hilfswort た an. Das geht bei Substantiven, Verben und Adjektiven ein wenig anders.

Substantive

だ wird zu だった.

Beispiele:

  • 私わたしだ → 私わたしだった
  • 兎うさぎだ → 兎うさぎだった
  • 綺き麗れいだ → 綺き麗れいだった

Verben

て-Form mit einem た / だ statt て / で.

Beispiele:

  • 食たべる → 食たべた
  • 買かう → 買かった
  • 飛とぶ → 飛とんだ

Adjektive

い wird zu かった.

Beispiele:

  • 暑あつい → 暑あつかった
  • 早はやい → 早はやかった
  • 硬かたい → 硬かたかった

Ausnahme: いい →良よかった

Damit sagst du ganz einfach, dass etwas früher so war, jetzt aber nicht mehr. Beachte zudem, dass いい eine Ausnahme ist. Dessen Vergangenheitsform nutzt nämlich das ältere 良よい als Grundlage.

Alle Fragen und Antworten zu den Zeitformen

Das Japanische kennt grundsätzlich drei Zeitformen: Nicht-Vergangenheit (für Gegenwart und Zukunft), Gegenwart und Vergangenheit.

Mit ihr redest du über alles, außer die Vergangenheit. Im Regelfall gibst du damit Dinge an, die du regelmäßig machst, oder noch tun willst.

Oft lässt sich das als Verlaufsform wie unser Partizip I übersetzen. Also etwa "Ich bin essend". Allerdings funktioniert das nicht immer. Denn eigentlich sagst du mit dieser Methode, dass jemand in der Aktion des Verbs, das in der て-Form steht, existiert. Dadurch kann es aber auch sein, dass diese Aktion bereits vollendet ist, der dadurch ausgelöst Zustand aber weiterexistiert.

Indem du die Nicht-Vergangenheit nutzt. Kontext macht den Rest. Bei Bedarf kannst du aber auch eine Zeitangabe in deinen Satz einbringen.
© 2026 Mathias Dietrich