Auch im Japanischen benötigst du verschiedene Zeitformen, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu reden. Bis hierhin nutzte der Leitfaden nur eine einzige, jetzt lernst du die anderen kennen!
| Japanisch | Deutsch |
|---|---|
| だ | Kopula "sein" |
| が | Subjektpartikel |
| を | Objektpartikel |
| パン | das Brot |
| 私 | Ich |
| 兎 | der Hase |
| 綺麗 | die Schönheit |
| 本 | das Buch |
| 水曜日 | Mittwoch |
| 明日 | morgen |
| 食べる | essen |
| 座る | sitzen |
| 飛ぶ | fliegen |
| 買う | kaufen |
| 起きる | aufwachen |
| 読よ | lesen |
| いる | existieren (Lebewesen) |
| 暑い | heiß-ist |
| 早い | schnell-ist |
| 硬い | hart-ist |
| いい | gut-ist |
Überblick zu den Zeitformen
Japanisch hat insgesamt auch nur drei Zeitformen. Allerdings teilen die sich nicht so auf, wie du es vielleicht erwartest! Deswegen gibt es an dieser Stelle erst einmal einen Überblick, bevor du mehr über die Anwendung und Details lernst:
Nicht-Vergangenheit
- Wörterbuchform / う-Form
- Ähnelt unserem Präsens
- Wird für Gegenwart und Zukunft genutzt
Gegenwart
- て-Form + いる
- Ähnelt unserem Partizip I oder der englischen Verlaufsform
- Beschreibt nur die Gegenwart
Vergangenheit
- Braucht das Hilfswort た
- Nutzung bei Substantiven, Verben und Adjektiven anders
- Unser Präteritum
- Beschreibt nur die Vergangenheit
Die Nicht-Vergangenheit
Verben, die auf ein Kana aus der う-Spalte - also die Wörterbuchform - enden, stehen immer in der Nicht-Vergangenheit. Das bedeutet, du kannst mit ihnen über alles außer der Vergangenheit reden - also Gegenwart und Zukunft.
Du nutzt es um Dinge zu erklären, die du regelmäßig machst, oder vorhast. パンを食べる bedeutet etwa, dass du allgemein Brot isst, oder vorhast zu essen.
Um von Dingen zu berichten, die du gerade in diesem Augenblick tust, würdest du hingegen die explizite Gegenwart nutzen.
Aussagen über die Zukunft
Aussagen über die Zukunft kannst du damit einmal wie mit dem Präsens im Deutschen tätigen. Wenn dich jemand fragt, was du heute machst, könntest du etwa sagen:
Ich gehe ins Café und trinke Tee.
Obwohl du also die Gegenwartsform nutzt, sprichst du darüber, was du erst noch tun wirst.
Und genau so funktioniert das auch bei Japanisch. Und wie auch bei uns kannst du die Zukunft mit Zeitangaben genauer definieren. Dabei gibt es zwei Methoden:
- Relative Zeitangaben: Zeitangaben wie „Morgen“, „Nächstes Jahr“, „Nächste Woche“, deren Bedeutung sich danach ändert, wann du sie sagst, setzt du ohne Änderungen an den Anfang des Satzes.
- Absolute Zeitangaben: Konkreten Angaben wie „Mittwoch“, „Um 6“, „Im Juni“ benötigen die Partikel に nach der Zeit.
Dadurch könntest du etwa sagen:
Relative Zeitangabe
- Japanisch: 明日、本を読む。
- Übersetzung (1:1): Morgen, Buch (Objekt) lesen.
- Übersetzung: Ich lese morgen ein Buch.
Absolute Zeitangabe
- Japanisch: 水曜日に本を読む。
- Übersetzung (1:1): Mittwoch (Ziel) Buch (Objekt) lesen.
- Übersetzung: Ich lese am Mittwoch ein Buch.

Dieses System gilt für alle Zeitangaben und nicht nur bei zukünftigen Ereignissen! Du würdest es also auch so handhaben, wenn du über die Vergangenheit sprichst. Nur benötigst du dann noch das Vergangenheitshilfswort, das du auch noch in diesem Artikel kennenlernen wirst!
Die Gegenwart
Für die Gegenwart nutzt du die て-Form eines Verbs gefolgt von いる. Die Bedeutung ähnelt oft einer Verlaufsform wie unserem Partizip I, ist aber ein wenig anders.
- Japanisch: スミトが座っている。
- Übersetzung (1:1): Sumito sitzen-und existieren.
- Übersetzung: Sumito sitzt.

Die Kernaussage des Satzes ist 「スミトがいる」- Sumito existiert. Das Verb steht aber nach einem anderem Verb in der て-Form, wodurch du eine kombinierte Bedeutung erhälst. Du sagst, dass Sumito im Zustand des Sitzens existiert. Hier funktioniert die Übersetzung als Verlaufsform also.
Es gibt jedoch auch Beispiele, bei denen das nicht mehr klappt!
- Japanisch: 起きている。
- Übersetzung (1:1): Aufwachen-und existieren.
- Übersetzung: Ich bin wach.
Hier bedeutet es also nicht mehr, dass du gerade am Aufwachen bist, sondern im aufgewachten Zustand existierst. Also wach bist. Die Aktion des Verbs in der て-Form ist also abgeschlossen, der dadurch ausgelöste Zustand hält hingegen an.
Die Vergangenheit
Für die Bildung der Vergangenheit hängst du das Hilfswort た an. Das geht bei Substantiven, Verben und Adjektiven ein wenig anders.
Substantive
だ wird zu だった.
Beispiele:
- 私だ → 私だった
- 兎だ → 兎だった
- 綺麗だ → 綺麗だった
Verben
て-Form mit einem た / だ statt て / で.
Beispiele:
- 食べる → 食べた
- 買う → 買った
- 飛ぶ → 飛んだ
Adjektive
い wird zu かった.
Beispiele:
- 暑い → 暑かった
- 早い → 早かった
- 硬い → 硬かった
Ausnahme: いい →良かった
Damit sagst du ganz einfach, dass etwas früher so war, jetzt aber nicht mehr. Beachte zudem, dass いい eine Ausnahme ist. Dessen Vergangenheitsform nutzt nämlich das ältere 良い als Grundlage.
